STÄDTEBAULICHER ENTWURF FISCHERINSEL 2 ENTWURFSSTRATEGIE (TEIL2) |
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Strukturelle Kopplung Das Verhältnis solcher autopoietischer Systeme zu ihrer Umwelt, wird mit dem Begriff der "strukturellen Kopplung" beschrieben. Mit Maturanas Begriff der strukturellen Kopplung wird das Verhältnis eines Systems zu den Umweltvoraussetzungen bezeichnet, die gegeben sein müssen, um die Autopoiesis fortsetzen zu können. Jedes System ist in diesem Sinne an seine Umwelt angepasst; wäre es nicht so, könnte es nicht existieren. Innerhalb des so verfügbaren Möglichkeitsraumes vollzieht es seine Operationen autonom. Strukturelle Kopplung und Selbstdetermination des Systems stehen in einer "orthogonalen Beziehung" zueinander: Auch wenn sie sich voraussetzen, können sie sich gegenseitig nicht bestimmen. Die Umwelt kann auf das System nur dadurch einwirken, daß sie Irritationen (Störungen, Perturbationen) produziert, die intern verarbeitet werden; auch die Irritationen sind jedoch interne Konstruktionen, die aus einer Konfrontation der Ereignisse mit den eigenen Strukturen des Systems resultieren. Es gibt also keine Irritationen in der Umwelt; die Irritation ist in der Tat immer Selbstirritation - gegebenenfalls ausgehend von Umweltereignissen. Nun ist aber hier zu beachten, daß sich in der Architektur aus den Formen im Entwurfsprozess (im systemtheoretisch abstrakten Sinn der Einheit von Unterscheidung und Bezeichnung) sinnlich wahrnehmbare Formen in Raum und Zeit (im Sinne von architektonischen oder städtebaulichen Formen) generieren. Deshalb kann man die strukturelle Kopplung für den Fall der Architektur als eine formale Kopplung bezeichnen, d.h. eine Kopplung, die sich auf der Ebene der Form abspielt: "Form spielt mit Form, aber das Spiel bleibt formal" (Luhmann 1995). |
Formale
Organisationsprinzipien für die strukturelle Kopplung von
Stadtornamenten
Aus dem oben gesagten lassen sich vier Kriterien für strukturelle Kopplungsprozesse herleiten: 1. Die Grenze zwischen System und Umwelt kann nur auf der Ebene von Beobachtungen überwunden werden. (Primat der Wahrnehmung) 2. Beobachtungen von Umweltereignissen (Fremdreferenzen) werden als "Bestimmungen zur Selbstbestimmung" betrachtet, was eine nachfolgende Transformation der Form im System (Morphogenese) notwendig macht. 3.Bei dieser Morphogenese wird die Form immer nur als Form betrachtet, d.h. die Denotation der Form wird von der Form gekappt, was eine Freisetzung der Konnotationen bewirkt. 4.Die Morphogenese muss rückläufige Stimmigkeit aufweisen. |