STÄDTEBAULICHER  ENTWURF FISCHERINSEL 2
ENTWURFSSTRATEGIE (TEIL1)

Die Strategie der Differenz ermöglicht es, sich die Fischerinsel als ein  ästhetisch autonomes Stadtgebiet von seiner Umwelt, den umliegenden Stadtgebieten abgrenzt vorzustellen. Die daran anknüpfende Strategie, das hinter den heute sinnlich wahrnehmbaren Phänomenen stehende Konzept herauszuarbeiten und als Grundlage zu nehmen, an und aus der sich alle weiteren Planungen erschließen, führt dazu, daß neu entwickelte Gebäude der Terminologie des ursprünglichen Bebauungskonzeptes im weitesten Sinne entsprechen und Komplexität aufbauen.

Die Strategie trifft in einem ersten Schritt in der Gesamtstadt, der Ornamentstadt, eine Unterscheidung. Sie teilt die Stadt in einen marked space, der Fischerinsel, und einen unmarked space, der übrigen Stadt. Durch diese Unterscheidung und Bezeichnung wird die Fischerinsel als zu entwickelndes Stadtornament wahrnehmbar, denn als Form kann nur das beobachtet werden, was sich von allem anderen unterscheidet. 
In einem zweiten Schritt wird eine Unterscheidung innerhalb des gerade zuvor konstruierten Phänomenbereichs Fischerinsel getroffen. Sie betrifft die Entscheidung, die vorhandenen Gebäude und ihr zugrunde liegendes Konzept als Ausgangspunkt der weiteren Planung zu nehmen. Diese Entscheidung ist aus Beobachtungen der Fischerinsel entstanden. Diese erste Unterscheidung innerhalb der Fischerinsel ist in dem Sinne fatal, als daß sie alle weiteren Entwurfsbeobachtungen orientiert.
So baut der Entwurfsprozess als Formbildungsprozess Komplexität innerhalb der Fischerinsel auf und schließt sie gleichzeitig  ornamental ab. Wenn aber der Formbildungsprozess sich ornamental abschließt, wie kann dann das Verhältnis der Fischerinsel zur umgebenden Bebauung gedacht werden? Welchen Einfluss kann die angrenzenden Stadt auf den Formbildungsprozess auf der Fischerinsel nehmen?

Das Verhältnis von Fischerinsel zur umgebenden Stadt ist vielleicht am besten in Analogie zu einem System-Umwelt-Verhältnis zu beschreiben. Die bei der Bewertung aufgeworfene Frage nach dem Verhältnis von Fischerinsel zu den umliegenden Stadtgebieten berührt dann die Frage nach dem Verhältnis von System und Umwelt. Wie kann das System zur Umwelt eine Beziehung herstellen, wenn autopoietische Systeme ihre im System verwendeten Einheiten innerhalb des Systems selbst reproduzieren, ohne Input von Einheiten oder von Informationen aus der Umwelt? Wenn in solchen strukturdeterminierten Systemen nur systemeigene Strukturen die Operationen bestimmen können, ist es ausgeschlossen, daß Umweltgegebenheiten das, was im System passiert, bestimmen können.

Städtebaulicher Entwurf Fischerinsel_1