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Musikanalogien in der Architekturtheorie Architektur
mit Hilfe von Musikanalogien oder Musikmetaphern zu beschreiben, hat eine
lange Tradition in der Architekturtheorie. Ausgehend von den
Neu-Platonikern in der Renaissance, die in den musikalischen Harmonieverhältnissen
Proportionsgesetze für das Bauen sahen, über (natürlich!) Goethe und
Popmusik In der folgenden Untersuchung soll nun Popmusik als Folie dienen, sich dem architektonischen Entwurfsprozess anzunähern. Es geht also nicht um eine Poparchitektur, wie sie schon des öfteren in Büchern publiziert wurde, sondern um eine Untersuchung der Produktionsstrategien von Popmusik – Pop verstanden als Konzept. Dabei beziehe ich mich |
in
wesentlichen Teilen auf die Ausführungen von Ulf Poschardt zur Popmusik in seinem im
Nach R&R, Punk und Disco wird spätestens in den 80er Jahren Popmusik selbstreflexiv. Guter Pop wurde zu ungewollter Intellektualisierung verholfen und guter Pop besaß konzeptuelle Stringenz. Die Bewusstwerdung des Pop hat dem Pop erstaunlicherweise nichts von seiner Kraft geraubt. Die rebellische Unmittelbarkeit ist kombiniert worden mit einer funktional ausgerichteten Selbstreflexion, die die Konzeption der eigenen Produktion öffnet. Die historische Einschätzung der eigenen Arbeit zum Beispiel in Best-of-Alben demonstrierte einen Abstand zum eigenen Werk, der meist im Grundsatzentwurf des Bandprojekts grundgelegt war. Zum einen sind diese Alben sicherlich Ausdruck eines regen Interesses der Plattenindustrie und der Popkonsumenten für solche Produkte, auf der anderen Seite sind diese Platten für die angesprochenen Bands willkommene Möglichkeiten der eigenen Geschichtsschreibung. Da werden Hits unaktualisiert, digital abgemischt in das Mixalbum aufgenommen, da werden Irrtümer in Songtexten aktualisiert, da werden Skizzen und Variationen von Hits präsentiert oder gar die in Auftrag gegebenen Remixe der eigenen Arbeiten vorgestellt. |
Remix Worin bestehen aber nun die Unterschiede zwischen der traditionellen Werkschau eines Best-of-Albums und einem Remix-Longplayer genau? Drei Fragen sollten dazu berücksichtigt werden: 1. Die Frage der Überarbeitung, d.h. wie wird das Material überarbeitet? 2. Die Frage der Auswahl, d.h. wie wird das Material ausgewählt? 3. Die Frage der Ordnung, d.h. wie wird das neue Material geordnet? In der einfachsten Form der traditionellen Werkschau eines Best-of-Albums werden die Singles in der Originalversion auf den Longplayer gespielt, so daß eine Überarbeitung bestenfalls in der technischen Qualität durch ein "digitales Abmischen" stattfindet. Als Auswahlkriterien reichen hierfür die Verkaufszahlen der einzelnen Singles völlig aus Da an den Songs keine substantiellen Veränderungen vorgenommen worden sind, ist die Frage der Ordnung beliebig: der Einfachheit halber wird man sich für eine chronologische Ordnung entscheiden. |